Interview mit Johannes – Schirmbarchef mit Leidenschaft

Geschrieben von Florian Singer am 29. November 2012
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Florian Singer: Johannes, seit 1998 verwöhnst du unsere Gäste an der Schirmbar, was fasziniert dich an dieser Position?
Johannes: 15 Saisonen Schirmbar … unglaublich, wie die Zeit vergeht! Mir taugt einfach das Arbeiten an der frischen Luft, umgeben zu sein von der herrlichen Natur, mit netten, gemütlichen Leuten als Gäste, die es sich einfach gut gehen lassen wollen! Und ich mag Berwang!
Florian Singer: Was genau schätzt du so an Berwang und der Region?
Johannes: Ich hab natürlich während der Wintersaison nicht viel Zeit, um etwas zu unternehmen. Aber ich finde, Berwang ist einfach noch ein natürlicher, ursprünglicher Ort geblieben, wo auf die Natur geachtet wird, wo keine Hotelbunker stehen, wo es „menschelt“ und wo nicht einzig und allein der Profit im Vordergrund steht.
Florian Singer: Du hast in den letzten Jahren unsere Schirmbar ja immer mehr zum kulinarischen Treffpunkt ausgebaut. Wie kam das, was dürfen sich unsere Gäste erwarten?
Johannes: Das hat sich mit der Zeit so entwickelt. Einerseits sind die Gäste zusätzlich zum klassischen Après-Ski schon mittags gekommen und wollten bei mir essen. Andererseits haben wir sie mit Spezialitäten und gut gekochten Gerichten auch angelockt. Heute können meine Gäste bei mir hausgemachte Ski-Lunch-Gerichte, Rib-Eye-Steaks im Ganzen, frisch in der Schirmbar mariniertes Beef Tatar, Fondue und Raclette genießen – und noch vieles mehr. All das bei herrlichem Sonnenschein, angenehmer Musik, passenden Getränken und natürlich meinem „Verwöhn-Service“!

Florian Singer: Was ist für dich persönlich ein Highlight in deiner Arbeit?
Johannes: Seit einiger Zeit biete ich auf Anfrage am Abend gemütliche „Private Dinners“ in der Schirmbar an, für 4 – 10 Gäste. Und da gibt es dann auf Vorbestellung Château Briand im Ganzen, Fondue Chinoise oder was immer der Gast sich wünscht. Ich dekoriere mit Kerzen und Tischdecken und wenn es draußen schneit, sitzen meine Gäste im Warmen und haben’s fein.
Florian Singer: Du hast schon in den 70er Jahren bei uns in den Singer Stub’n gearbeitet, was hat sich seit dem verändert?
Johannes: Das kann man überhaupt nicht mehr vergleichen, das ist wie Tag und Nacht! Damals ist es richtig rund gegangen, die Leute waren nur auf Partymachen aus, sind mit den Skischuhen in die Stub’n gekommen, haben getanzt, Après-Ski gemacht (damals hieß das 5-Uhr-Tanztee), sind direkt mit dem Skigewand zum Abendessen gegangen und haben danach weiter Partys gefeiert. Unglaublich! Heute genießen die Gäste mehr, sie lassen sich Zeit, trennen klar Après-Ski vom Abendessen, und natürlich spielt der gesamte Wellnessboom auch eine große Rolle! Das gab’s ja früher alles nicht.
Florian Singer: Kannst du uns etwas aus deinen vielen, vielen Erinnerungen erzählen, was du nie vergessen wirst?
Johannes: Hm … also, was ich nie vergessen werde: 1976 habe ich in den Singer Stub’n gearbeitet und da trat den ganzen Winter so eine verrückte Live-Band auf, die jeden Tag von 17 Uhr bis Mitternacht gespielt hat. Und wenn der Schlagzeuger zu später Stunde so „richtig drauf war“, dann hat er seine Sticks auf die Tanzfläche geschmissen und ist gegangen. Am nächsten Tag hat er die Drumsticks dann eigenhändig wieder zusammengeklebt und es ist weitergegangen.
Florian Singer: (lacht) Und bei all der Arbeit und der Action, was machst du als Ausgleich – zum Beispiel im Sommer, wenn du nicht bei uns bist?
Johannes: Im Winter gehe ich jeden Tag laufen, vor der Arbeit. Das schafft einen klaren Kopf und tut gut. Im Sommer mache ich das komplette Gegenteil von der Schirmbar: Ich arbeite viel im Garten, baue Gemüse an, tue etwas für mich selbst, wie Heilfasten, Radfahren, energetische Übungen wie Qi Gong oder Runen, und natürlich unternehme ich viele Reisen!
Florian Singer: Danke für das Gespräch, ich freue mich jetzt schon darauf, wenn wir Mitte Dezember wieder die Schirmbar eröffnen!
Johannes: Und ich erst!

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